Du hast Pro-und-Contra-Listen geschrieben, vielleicht einen Test gemacht, mit deiner Freundin und deinem Partner gesprochen. Und die möglichen Entscheidungen bist du schon hundertmal im Kopf durchgegangen. Du bist nicht unklar. Du bist gründlich. Trotzdem veränderst du nichts.
Und genau das ist so zermürbend: nicht das Kaputte hält dich zurück, sondern das Stabile. Dein Kopf versucht, erst vollständige Sicherheit herzustellen und dann zu entscheiden. Das kann er nicht. Sicherheit entsteht nicht vor der Entscheidung. Sie entsteht mit dem ersten Schritt. Deshalb steckst du fest in dem, was du kennst, obwohl du weißt, dass du das so nicht mehr willst.
Darf ich dir eine Vermutung anbieten? Du kannst sie nehmen oder liegen lassen.
Du hast kein Erkenntnisproblem. Du weißt längst, was sich ändern muss. Aber was dich festhält, ist genau die Frage, die du lieber nicht zu Ende denkst: „Was jetzt?"
Was passiert mit dem Bild, das andere von dir haben. Mit dem Gehalt. Mit dem Team.
Und was, wenn du dich irrst?
Genau darin liegt noch eine Wahrheit: Die Stimme, die dir sagt, dass es so nicht weitergeht, ist dein Herz. Aber du hast über Jahre gelernt, ihr in einer Arbeitswelt nicht zu trauen, in der Vernunft mehr zählt als Wahrnehmung. Und dein Grübeln ist das Geräusch, mit dem dein Verstand vom Herzen ablenkt.
Eine Kundin hat es einmal so gesagt: „Diese Furcht, dass dieser Knoten nur bei mir nicht platzt."
Er platzt. Nur nicht vom Denken.